Diagnose und Therapie ...

Gynäkologische Erkrankungen und Beschwerden

Im Laufe Ihres Lebens trifft jede Frau irgendeines der typischen "Frauenleiden."

Ausfluss und Vaginalinfektionen

Dies sind häufige Beschwerden, über die viele Frauen zu klagen haben. Jede fünfte Frau, die wegen Unterbauchschmerzen eine Praxis aufsucht, leidet an einer Infektion. Bei anhaltendem Ausfluss oder bei Schmerzen oder anderen Beschwerden wird die Ärztin den Fluor untersuchen mit dem Ziel, eine effektive Therapie zu finden.

Blasenprobleme und Inkontinenz

Häufiges Wasserlassen, ungewollter Urinabgang, Harndrang, Brennen beim Wasserlassen sind typische Zeichen für Erkrankungen der Harnblase oder ihrer Umgebung. Der häufigste Grund ist eine Harnwegsentzündung. Aber auch Schwangerschaft, Geburten und Östrogenmangel nach den Wechseljahren verändern die Anatomie des Beckenbodens und können zur Harninkontinenz (Blasenschwäche) führen. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, z.B. nervlich, medikamentös oder psychisch bedingt. Ihr Verdacht sollte sie zu einem Besuch der Frauenärztin veranlassen.

Endometriose

Bei der Endometriose handelt es sich um Ansiedelung von Zellen außerhalb der Gebärmutterhöhle, die den Zellen der Schleimhaut in der Gebärmutter ähnlich sind. Die Häufigkeit wird auf 10% aller Frauen im geschlechtsreifen Alter geschätzt. Beschwerden können fehlen oder reichen bis zu erheblichen Schmerzen und Kinderlosigkeit. Als Ursache wird ein Immundefizit vermutet. Die Therapie ist vielseitig je nach Befund und Alter. Operativ oder durch Hormonbehandlung, medikamentös oder alternativ - die Entscheidung zur jeweiligen Behandlung ist von Fall zu Fall von Alter und sonstigen Umständen abhängig.

Osteoporose

Ungefähr jede vierte Frau nach den Wechseljahren und etwa die Hälfte der Frauen über 75 Jahren leiden an Osteoporose (Knochenschwund). Osteoporose ist eine Krankheit, die mit einem übermäßigen Abbau von Knochengewebe einhergeht. Dadurch verliert der Knochen an Stabilität und Elastizität und es kann leichter zu Brüchen kommen. Die klassischen Risikofaktoren sind Calcium-, Vitamin D-, Östrogen- und Bewegungsmangel. In letzter Zeit wird auch die Rolle von Vitamin K diskutiert. Es wird eine krankheitsvorbeugende Wirkung durch entsprechende Ernährung stark vermutet. Vorbeugend wird neben Sport eine kalziumreiche und Vitamin K reiche Ernährung empfohlen.

Polycystisches Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom)

Polycystische Ovarien sind Eierstöcke, die acht oder mehr Follikelcysten aufweisen und deren Bindegewebe vermehrt ist. Es handelt sich nicht um ein einheitliches Krankenbild sondern um eine Gruppe von Symptomen. Oft ist allerdings eine Vermehrung männlicher Geschlechtshormone vorhanden. Ursache sind verschiedene hormonelle und/oder zelluläre Fehlkreisläufe. Nur die genaue Kenntnis der Pathophysiologie führt zu einer genauen Diagnose. Verschiedene hormonelle Therapien aber auch chirurgische Intervention sind mögliche Therapieoptionen.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das Prämenstruelle Syndrom hat zahlreiche psychische und/oder körperliche Ursachen und Symptome. Meist betrifft es Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Kopfschmerzen, schmerzhafte Brüste, Wassereinlagerung, Schwindel und Schlafstörungen sind typische körperliche Beschwerden. Depressive Verstimmung, innere Unruhe, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit zeigen die Probleme der Psyche, die verrückt spielt. Die medizinische Erklärung ist ein relativer Progesteronmangel bei einem relativen Östrogenüberschuss. Daneben gibt es aber auch Abweichungen der Normwerte für Aldosteron, Prolaktin, des Insulins oder der Schilddrüsenhormone. In neuerer Zeit entwickelte Ovulationshemmer können manchmal helfen. Häufig wirken Präparate aus Agnus castus (Mönchspfeffer), die durch eine Dopaminähnliche Wirkung in die Prolaktinsynthese eingreifen und auch die Progesteronsynthese positiv beeinflussen.

Wechseljahre und Hormonbehandlung

Am Ende der reproduktiven Phase, wie Mediziner die Zeit der Geschlechtsreife bezeichnen, steht ein hormoneller Wechsel im Leben der Frau - die Wechseljahre. Ähnlich wie die hormonelle Entwicklung in der Pubertät verändert sich der weibliche Zyklus, diesmal in umgekehrter Reihenfolge. Ungefähr nach dem 45. Lebensjahr kommt es zur Rückbildung, das heißt die Fähigkeit der Ovarien Eizellen reifen zu lassen, erlischt. Der Übergang ist nicht abrupt, sondern geschieht über Jahre. Es kommt zu einer geringeren Progesteronproduktion und die Hirnanhangdrüse reagiert darauf mit vermehrter Bildung des FSH-Hormons, leider erfolglos. Daher versiegt langsam auch die FSH-Bildung, die Eierstöcke stellen die Östrogen-Synthese ein und es kommt zur Beendigung der Regelblutung, der Menopause.

Diese hormonelle Umstellung geschieht nicht ohne Auswirkung auf Körper und Psyche. Viele Frauen spüren diese "Wechseljahresbeschwerden" in unterschiedlichem Ausmaß. Dazu gehören Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Nachlassen der Merkfähigkeit oder Nachlassen der allgemeinen Vitalität. Weitere Auswirkungen des Hormonmangels können Osteoporose, Veränderungen der Haut und Harninkontinenz sein. Wenn die Beschwerden über das Stadium lästig zu sein über längere Zeit hinausgeht, sollte an eine Behandlung gedacht werden. Vor einer Behandlung ist immer zuerst die Ursache zu klären, dass einige Beschwerden auch andere, behandlungsbedürftige Ursachen haben können.

Es ist üblich, einen Hormonmangel durch Hormongaben zu beheben. Mit einer "Hormonersatztherapie" kann man auch diese Symptome zwar nicht aufhalten, aber verlangsamen. Nach neueren Erkenntnissen ist man heute jedoch zurückhaltender bei Hormontherapien. Ihre Frauenärztin wird gemeinsam mit Ihnen prüfen welche Therapieform für sie sinnvoll ist.

Unabhängig von einer gegebenenfalls erforderlichen Hormongabe können Sie auch zusätzlich selber vieles für sich tun. Bewegung, Ernährung und Ihre Lebenseinstellung können die Umstellung in den Wechseljahren stark beeinflussen.